Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei Katzen

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei Katzen

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei Katzen – Auch Katzen können unter einer Überfunktion der Schilddrüse leiden. Gefährlich kann es werden, wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt wird. Wird eine Schilddrüsenüberfunktion nicht frühzeitig medikamentiert, kann es zu lebensbedrohlichen Organschäden kommen. Wie Sie erkennen können, ob Ihre Katze eine Schilddrüsenüberfunktion hat und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Hauptursache für eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen ist ein gutartiger Tumor in der Schilddrüse. Dieser führt dazu, dass der Organismus bestimmte Stoffwechselhormone ausschüttet, welche den Stoffwechsel anregen. Der Beschleunigte Stoffwechsel ist ebenfalls verantwortlich für die am häufigsten vorkommende Symptomatik einer Fehlfunktion der Schilddrüse: Dem Gewichtsverlust!

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Wenn Ihre Katze über einen längeren Zeitraum an Gewicht verliert, obwohl sie deutlich mehr Hunger hat als sonst, sollten bei Ihnen als Katzenhalter die Alarmglocken läuten. Der gesteigerte Appetit der im Rahmen einer Schilddrüsenerkrankung auftritt, lässt sich auf den erhöhten Energieverbrauch zurückführen, der damit einhergeht.
Oftmals scheinen betroffene Katzen, in der Anfangsphase einer Erkrankung – zumindest rein objektiv – gesund und munter, so dass die meisten Katzenhalter anfänglich keinen Verdacht schöpfen und die Symptome fälschlicherweise ignorieren. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die betroffenen Katzen immer dünner. Hinzu kommen Probleme mit der Verdauung, sowie eine deutlich erhöhte Atem- und Herzfrequenz. Dadurch bedingt werden die meisten Katzen die unter einer Schilddrüsenüberfunktion leiden besonders aktiv oder zeigen sogar aggressive Verhaltensmuster.

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann bei Katzen lebensbedrohlich sein

Um Ihrer Katze schnellstmöglich helfen zu können, sollten Sie zügig zum Tierarzt gehen, wenn Sie die oben beschriebenen Symptome bei Ihrer Katze erkennen.

Achtung:
Eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen endet unbehandelt immer mit dem Tod der erkrankten Katze.

In Ausnahmefällen kann es passieren, dass sich die Symptomatik umkehrt. Aus Hyperaktivität wird dann Abgeschlagenheit und Trägheit bei erhöhtem Appetit.

So finden Sie heraus, ob Ihre Katze eine Schilddrüsenerkrankung hat

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Liebling tatsächlich eine Schilddrüsenüberfunktion hat, sollten Sie in jedem Fall Ihren Tierarzt konsultieren.
Dieser wird für eine gesicherte Diagnose eine Blutuntersuchung bei Ihrem Vierbeiner vornehmen, da nur eine Blutprobe hundertprozentigen Aufschluss über den Gesundheitszustand Ihrer Katze liefern kann.

Die Konzentration der Schilddrüsenhormone Trithyronin und Thyroxin im Blut ist ein eindeutiges Indiz dafür, ob eine Erkrankung vorliegt und wenn ja, weit diese fortgeschritten ist. Da es sein kann, dass – besonders im Anfangsstadium – die Blutwerte noch im grünen Bereich liegen, wird der Tierarzt in vielen Fällen noch eine Ultraschalluntersuchung vornehmen um einen etwaigen Tumor im Bereich der Schilddrüse erkennen zu können.

Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen im Überblick:

  • erhöhter Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
  • Hyperaktivität und Aggressivität
  • Großer Durst und häufiges Urinieren
  • Erbrechen und Verdauungsprobleme
  • Struppiges Fell
  • Verstärktes Wachstum der Krallen

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen behandelt?

Je eher Sie mit der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion bei Ihrem Liebling beginnen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Katze in Zukunft ein sorgenfreies Leben führen kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Überfunktion der Schilddrüse

Alle Behandlungsmethoden, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion zum Einsatz kommen, haben das Ziel, die erhöhte Produktion der Stoffwechselhormone wieder auf ein normales Level zu reduzieren oder sogar ganz zu verhindern. Zu den häufigsten Behandlungsmöglichkeiten einer Schilddrüsenüberfunktion zählt die Therapie mit Medikamenten. Je nach Schweregrad besteht allerdings auch die Möglichkeit einer Operation oder einer Radiojodtherapie. Letztgenannte ist für eine vollständige Heilung am erfolgsversprechendsten, wird allerdings nur in darauf spezialisierten Tierkliniken angeboten.

Medikamentöse Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

In den meisten Fällen wird eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen Medikamentös behandelt. Die Wirkstoffe Carbimazol und Methimazol sind dazu geeignet, die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone zu hemmen. So lässt sich der krankheitsbedingt erhöhte Stoffwechsel wieder herunterfahren und auf ein normales Maß reduzieren.
Diese Form der Behandlung ist allerdings nur dann möglich, wenn die Schilddrüsenüberfunktion nicht auf einen Tumor zurückzuführen ist. Andernfalls müsste die erkrankte Katze ein Leben lang Medikamente bekommen, solange der Tumor nicht operativ entfernt wurde.

Operative Behandlung als Behandlungsmöglichkeit

wenn der Tumor sich operativ entfernen lässt ist die Katze danach dauerhaft geheilt und kann als gesund bezeichnet werden. Die Schilddrüsenüberfunktion ist nach dem Eingriff nicht mehr gegeben. Der Erfolg dieser Methode hängt allerdings maßgeblich davon ab an welcher Stelle sich der das erkrankte Gewebe beziehungsweise der Knoten befindet.
Sollte dieser sich beispielsweise an einer Stelle befinden, die schwer zu erreichen ist besteht das Risiko, dass während der Operation lebensnotwendige Organe oder Nerven beschädigt werden.
In manchen Fällen ist es sicherer, dass gesamte Schilddrüsengewebe zu entfernen und eine Schilddrüsenunterfunktion in Kauf zu nehmen. Diese ist allerdings wesentlich harmloser und lässt sich problemlos mit einer hormonellen Behandlung in den Griff bekommen.

Radiojodtherapie erfolgsversprechend aber schwer zu erhalten

Die Radiojodtherapie ist eine übliche Behandlungsmöglichkeit bei Katzen, die unter einer Schilddrüsenüberfunktion leiden. Die Therapie ist sanft und hat hohe Aussichten auf Erfolg. Dabei wird im Rahmen der Behandlung radioaktives Jod injiziert, welches sich zum Großteil im betroffenen Schilddrüsengewebe ansammelt und den Tumor abtötet.

Aufgrund unterschiedlicher Sicherheitsbestimmungen ist die Radiojodtherapie in der Veterinärmedizin noch nicht überall verfügbar.

Die oben genannten Informationen sind nicht zur Selbstdiagnose geeignet. Sollte Ihr Tier Anzeichen einer Erkrankung aufzeigen, empfehlen wir Ihnen dringend einen Tierarzt aufzusuchen.

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